









![]() | die menschliche stimme ist ein sehr vielseitiger schallerzeuger. sie kann klänge und geräusche verschiedenster akustischer zusammensetzung, anhaltend oder rasch wechselnd, stimmhaft und stimmlos, erzeugen. die zutaten bei stimmhaften lauten versetzt der luftstrom, der beim ausatmen aus der lunge kommt, die stimmlippen des kehlkopfes in schwingungen. der aufmerksame leser wird aufhorchen: weshalb ist nur vom ausatmen die rede? denn auch beim einatmen streicht ja luft an den stimmlippen vorbei. gut mitgedacht, tonto! allerdings: die von den stimmlippen auf die luftteilchen übertragenen schwingungen werden beim ausatmen in mund, nase, nebenhöhle und rachen noch weiter modifiziert. darin liegt auch der grund dafür, weshalb man bei wichtigen vertragsabschlüssen und dem austausch romantischer zärtlichkeiten nur beim ausatmen spricht: es klingt einfach viel besser! wer wissen will, was für einen unterschied dieser vollkommen unterschätzte umstand macht, soll mal probieren, den folgenden satz beim einatmen zu sagen: "halt dich fest, baby, ich bin heiss." ausprobieren! jetzt! bei stimmlosen lauten kommen die stimmlippen nicht ins spiel, statt dessen werden hohlräume in mund, nase, nebenhöhlen und rachen angeblasen, und/oder es entstehen strömungsgeräusche an zähnen, zunge oder rachen. da der luftstrom in diesem falle nicht zuerst an den stimmlippen vorbei muss, ist der unterschied zwischen ein- und ausatmen bei stimmlosen lauten geringer. ausprobieren: "krtek". das ergebnis die grundfrequenz der stimmlippenschwingung - die sprechmelodie - ändert sich beim sprechen andauernd. sie liegt bei männern zwischen 110 und 160 hz, bei frauen, schwiegermüttern und kindern zwischen etwa 220 und 330 hz. ja, ja, der stimmbruch. beim stimmbruch wird die stimmlage des heranwachsenden männlichen menschen durch das anwachsen des kehlkopfes und die dadurch bedingte verlängerung der stimmbänder etwa um eine oktav tiefer. davon handelt der alte jackson five hadern "blame it on the stimmbruch". die menschlichen sprachlaute sind, wie wir aus volksschule, funk und fernsehen wissen, in vokale und konsonanten einzuteilen. eine falsche schlussfolgerung wäre es, vokale und stimmhafte laute bzw. konsonanten und stimmlose laute gleichzusetzen. es gibt sehr wohl stimmhafte konsonanten - man denke z.b. an den unterschied zwischen dem v in "vase" (stimmhaftes v) und dem in "vogel" (stimmloses v). oder zwischen dem stimmhaften sch von "genie" und dem stimmlosen von "streichwurst". die referenzen ... vokale a, e, i, o, u ... harmonische klänge, grundfrequenz ist die sprechtonhöhe, komponenten bis etwa 5khz ... stimmhafte konsonanten (halbvokale) l, m, n, r, w ... harmonische klänge, grundfrequenz ist die sprechtonhöhe, mit beigemengten strömungsgeräuschen an einengungen, das r ist durch ausgesprochene amplitudenmodulation gekennzeichnet ...zischlaute f, s, sch, z ... nur geräuschhafte, kontinuierliche spektren mit komponenten bis über die obere hörgrenze hinaus, besonders beim s ... hauchlaut h ... nur strömungsgeräusch an den geöffneten stimmlippen ...explosivlaute b, d, g, k, p, t ... impulsartige vorgänge mit kontinuierlichen spektren ![]() |